Konzerte
Mozart & Beethoven im Grugapark
Samstag, 13. Juni 2026
19:00 Uhr Musikpavillon Grugapark Essen, Virchowstr. 167a, 45147 Essen
W. A. Mozart: Ouvertüre zu „Don Giovanni“ KV 527
W. A. Mozart: Violinkonzert G-Dur KV 216
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Ava Polheim, Violine
Thorsten Stepath, Dirigent
Am 13. Juni 2026 präsentiert das Philharmonische Kammerorchester Essen im Gruga Musikpavillon ein erlesenes Konzertprogramm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven – ein musikalischer Sommerabend von klassischer Strahlkraft unter freiem Himmel.
Mit der Ouvertüre zu Don Giovanni KV 527 von Wolfgang Amadeus Mozart wird der Abend eröffnet. Kaum ein anderes Werk vereint dramatische Wucht, düstere Vorahnung und mitreißende Lebendigkeit in solcher Dichte. Die feierlich-schweren Anfangsakkorde verweisen auf das Unabwendbare, auf das schicksalhafte Urteil, das Don Giovanni am Ende erwartet. Doch unmittelbar darauf entfesselt das vorwärtsdrängende Allegro eine Musik von atemloser Energie und funkelndem Glanz. Rastlos, verführerisch und voller Bewegung zeichnet Mozart hier das Wesen seiner Hauptfigur.
Als weit mehr denn ein bloßes Vorspiel verdichtet die Ouvertüre das gesamte Drama der Oper in wenigen Minuten. Sie wirkt wie ein machtvolles Tor, das sich öffnet zu einer Welt großer Gefühle, menschlicher Abgründe und musikalischer Brillanz – und setzt damit den festlichen Auftakt dieses Konzertabends.
Es folgt das Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur KV 216, ein Werk von jugendlicher Frische, Eleganz und feiner Empfindsamkeit. Mozart schrieb es 1775 im Alter von nur 19 Jahren – und doch begegnen sich hier Virtuosität und sangliche Schönheit in bereits vollendeter Balance. Hinter der heiteren Klarheit der G-Dur-Tonart entfaltet sich eine reiche Welt musikalischer Nuancen, geprägt vom dialogischen Austausch zwischen Solovioline und Orchester.
Der erste Satz strahlt festliche Offenheit und spielerische Anmut aus, ohne je ins Virtuos-Äußerliche zu drängen. Das Adagio bildet den innigen Mittelpunkt des Werkes: eine weit gespannte Kantilene von berührender Ruhe und gesungener Innerlichkeit. Im abschließenden Rondo kehren tänzerische Lebhaftigkeit, überraschende Wendungen und jener feinsinnige Humor zurück, der Mozarts Musik unverwechselbar macht. So verbindet dieses Konzert Brillanz und Natürlichkeit, Leichtigkeit und Tiefe – Musik, die nicht überwältigt, sondern verzaubert.
Interpretiert wird dieses Meisterwerk von der Solistin Ava Polheim, begleitet vom Philharmonischen Kammerorchester Essen unter der Leitung von Thorsten Stepath. In der offenen Atmosphäre eines Sommerabends in der Gruga kann Mozarts Musik frei und leuchtend atmen – wie ein klingender Gruß an den beginnenden Sommer.
Den zweiten Teil des Konzerts bildet Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 2 in D-Dur op. 36 – ein Werk von strahlender Kraft und unerschütterlicher Lebensbejahung. Entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, steht diese Sinfonie an einem Wendepunkt im Leben ihres Schöpfers, überschattet von der schmerzlichen Erkenntnis seiner fortschreitenden Taubheit. Doch statt Resignation spricht aus dieser Musik Zuversicht, Energie und schöpferischer Wille.
Die feierlich gespannte Einleitung des ersten Satzes öffnet einen weiten Raum, aus dem sich eine Musik von kraftvollem Schwung und leuchtender Klarheit erhebt. Das Larghetto lädt zur inneren Sammlung ein – weit ausschwingend, warm und von edler Ruhe getragen. Mit dem Scherzo sprengt Beethoven bewusst die höfische Tradition des Menuetts: rhythmische Energie, Witz und Vorwärtsdrang bestimmen das Geschehen. Das Finale schließlich stürmt mit überschäumender Vitalität voran und führt die Sinfonie zu einem glanzvollen, beinahe triumphalen Abschluss.
So steht diese Sinfonie an der Schwelle zweier Epochen: noch der Wiener Klassik verpflichtet und doch bereits erfüllt von jenem heroischen Geist, der Beethovens späteres Schaffen prägen sollte. Sie ist Aufbruch und Bekenntnis zugleich.
Das Philharmonische Kammerorchester Essen bringt dieses Programm unter der musikalischen Leitung von Thorsten Stepath zum Klingen, der das Ensemble bereits mehrfach dirigiert hat. Das Orchester, erstmals im November 2022 zusammengetreten, ist am 13. Juni 2026 erneut im Gruga Park zu erleben – eingebettet in die Natur, getragen von sommerlicher Atmosphäre und erfüllt von musikalischer Größe. Möge dieser Abend in festlicher Erhabenheit nachklingen und lange in Erinnerung bleiben.

